Reflexionsbericht zur Exkursion in die Gedenkstätte Sachsenhausen
Am 25.03.2026 besuchte ich mit meiner Klasse im Rahmen des Geschichtsunterrichts die Gedenkstätte Sachsenhausen und ich glaube, der richtige Begriff für mich ist traumatisierend, weil es einfach grausam ist, sich das alles vorzustellen. Das, was mir am meisten im Gedächtnis geblieben ist, war eigentlich alles, aber es gab eine Station, die ich persönlich am schlimmsten fand, aber darüber werde ich weiter unten mehr erzählen.
Ich habe sehr vieles gesehen, allein schon das ganze Lager haben wir alle gesehen. Ein Beispiel, was wir uns angeguckt haben, war eine nachgebaute Baracke von innen. Im Inneren befanden sich Toiletten, ein Speiseraum und viele Betten, die alle dreistöckig waren. Eine weitere Sache, die ich auch gesehen habe, war eine übrig gebliebene neutrale Zone, wo auf einem Schild stand: „Es wird ohne Anruf sofort scharf geschossen.“ Das bedeutet, sobald eine gefangene Person diese Zone betreten hatte, wurde sie direkt erschossen und ich fand das so krass, dass ich aus Prinzip selbst jetzt nicht diese Zone betreten würde. Ich könnte das nicht mit meinem Gewissen ausmachen.
Die ganze Zeit über hatte ich ein komisches Gefühl im Magen und es hat sich so unreal angefühlt, dort lang zu laufen, wo viele Menschen nie wieder herausgekommen sind. Jetzt komme ich zu der Station, die ich persönlich am schlimmsten fand: Das war direkt dort, wo wir durch den Eingang ins KZ gegangen sind. Dort war in der Mitte so ein langer Weg bzw. eine lange Straße. Die Frau, die uns durch das Lager führte, erzählte uns dann, dass dort öffentliche Hinrichtungen an einem Galgen stattfanden, aber das war gar nicht das Schlimmste für mich, sondern das, was sie danach erzählt hat (in etwa): „Damals im Winter, bei -15 Grad, mussten die Gefangenen hier, wo wir stehen, auch stehen und durften sich nicht bewegen und wer zusammengebrochen ist, wurde liegen gelassen, viele sind hier auf dieser Stelle gestorben.“ Es war allein schon so schlimm für mich, daran zu denken, dass genau dort, wo ich stand, mal eine Leiche lag. Ich habe mich dann bei einer Freundin festgehalten und musste echt meine Tränen zurückhalten. Ich sagte ihr, dass ich mich gerade nicht so gut fühle und kämpfte dann echt, weiterzulaufen. Ich glaube, das werde ich mein Leben lang im Gedächtnis behalten. Die gesamte Exkursion hat mein Bild zur NS-Zeit verändert, aber vor allem weiß ich eins:
„So etwas darf nie wieder passieren, wir sind alle Menschen und in uns allen fließt rotes Blut.“
(Zitat von Margot Friedländer)
Ich lernte viel Neues über das KZ an sich und war auch sehr geschockt, dass es dort auch eine Gaskammer gab, weil das wusste ich gar nicht. (Die haben wir uns zum Glück nicht angeschaut, weil keine Zeit mehr war, weil spätestens dann wäre ich vermutlich in Tränen ausgebrochen). Ich glaube auch, dass es mich so getroffen hat, weil ja nicht nur Juden dort hingebracht wurden, sondern auch Homosexuelle (Schwule und Lesben) und ich kann mir das gar nicht aufgrund meiner Sexualität heutzutage vorstellen, deswegen eingesperrt oder sogar umgebracht zu werden. Ich habe auch zwischendurch zu meinen Freundinnen gesagt: „Überlegt mal, die hätten mich damals weggesperrt, nur weil ich lesbisch bin.“ (Ja, ich weiß, es wurden auch Asoziale, Behinderte und politische Gegner dort hingebracht). Man merkt, glaube ich, dass ich sehr viel von diesem Tag mitgenommen habe und dass es mich auf jeden Fall sehr geprägt hat.
Verfasserin und Fotos: Jubilee Wagner (Abschlussjahrgang 2026)
Reflexionsbericht zur Exkursion in die Gedenkstätte Sachsenhausen
Am 25.02.2026 hatte ich mit meiner Klasse die Gelegenheit, die Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg zu besuchen. Diese Erfahrung war zutiefst bewegend und hat mir einen tiefen Einblick in die Grausamkeit der Geschichte gegeben.
Bei unserer Ankunft an der Gedenkstätte wurden wir von einem Guide über das Gelände geleitet. Bevor wir das Schild „Arbeit macht frei“ passierten, betraten wir ein Gebäude, in dem sich das SS-Büro befand. Dort waren Waffen ausgestellt, mit denen Gefangene ermordet wurden. Die SS hatte verschiedene Aufgaben, darunter politische, medizinische und logistische Tätigkeiten. Es gab auch Bilder von Häftlingen, die im Konzentrationslager arbeiten mussten. Unser Guide erklärte, dass die Häftlinge auf den Fotos so sauber und gepflegt aussahen, weil die SS anderen Ländern zeigen wollte, dass die Häftlinge gut versorgt werden – was nicht der Wahrheit entsprach. Etwa 150 Menschen waren in einer Baracke untergebracht. Die Häftlinge waren hauptsächlich Sinti und Roma, Juden, Menschen mit Behinderungen und Homosexuelle. Menschen mit psychischen Problemen oder Behinderungen wurden geschlagen und getötet, weil sie im Konzentrationslager nicht wirklich arbeiten konnten. Jeden Morgen und jeden Abend mussten die Häftlinge zum Appell zur Zählung durch die SS antreten.
Als wir das Konzentrationslager betraten, war dort fast nichts mehr. Es war praktisch ein leeres Feld. Unser Guide erzählte uns, dass die SS nach dem Zweiten Weltkrieg alles niederbrannte, um ihre Spuren zu verwischen, aber einige Gebäude stehen ließ, die wir besichtigen konnten. Es gab einen Bereich, in den Häftlinge gebracht wurden, wenn ihre Hinrichtung unmittelbar bevorstand. Bei Fehlern wurden sie bestraft, indem sie Schuhe für die SS testen und 40 Kilometer mit einem Rucksack marschieren mussten. Sie wurden auch für Medikamententests missbraucht, um die Sicherheit der Medikamente zu gewährleisten. Die Häftlinge wurden in einen Raum gesperrt, wo sie mit einem gefährlichen Gas vergiftet und anschließend eingeäschert wurden.
Danach betraten wir einen Raum mit Toiletten, Betten und Essbereichen für die Häftlinge. Dort befanden sich auch persönliche Dokumente der Häftlinge, denn bevor sie ins Konzentrationslager eingeliefert wurden, nahm die SS ihnen alle Dokumente ab. Selbst nachdem die SS den Großteil der Beweise vernichtet hatte, gab es noch Briefe von den Häftlingen und der SS. Wir sahen auch die Uniformen der Häftlinge und wie sie in den Konzentrationslagern Nummern anstelle ihrer Namen trugen. Die Inhaftierten trugen verschiedenfarbige Abzeichen: Das schwarze Abzeichen war für asoziale Gefangene, die sich weigerten, an sozialen Aktivitäten außerhalb des Konzentrationslagers teilzunehmen; das blaue für ausländische Gefangene oder Immigranten; das rosa für Homosexuelle; das gelbe für Juden; das rote für politische Gefangene; das grüne für Kriminelle; das violette für Zeugen Jehovas, weil sie den Militärdienst verweigerten; und das braune für Sinti und Roma. Das Gebäude wurde im Jahr 1992 von den rechtsextremen Jugendlichen angezündet. Einige von ihnen wurden gefasst, andere konnten fliehen.
Das gesamte Konzentrationslager war von Trauer erfüllt. Unschuldiges Blut wurde vergossen, nur weil sie leben wollten. Die Fußspuren in den verwahrlosten Toiletten, gezeichnet von Schmerz. Die Bilder der Gefangenen, die lächelten, obwohl sie wussten, dass sie keine andere Wahl hatten, als hinzusehen. Doch hinter diesem Lächeln verbargen sich Herzen, die sich nach Freiheit sehnten. Zu allem Übel wussten die Einwohner von Oranienburg alles, was im Konzentrationslager geschah, aber sie hatten keine Wahl, als Hitler zu folgen, sonst wären sie selbst im Lager gelandet. Die armen Kinder, die davon träumten, Ärzte, Anwälte oder bessere Menschen zu werden, konnten nichts anderes tun, als weiter zu träumen. Die Überreste und Bilder erfüllten mich mit Wut und Trauer, wissend, dass ich an einem Ort war, den sie nicht verlassen konnten, ich aber schon.
Nachdem ich das Konzentrationslager verlassen hatte, wurde mir bewusst, wie viel ich gelernt hatte. Ich lernte, dass man die Geschichte ernst nehmen muss, weil sie sich leicht wiederholen kann. Ich ordne Sachsenhausen als ein zentrales Konzentrationslager ein, das als Verwaltungslager eine Schlüsselrolle im System der nationalsozialistischen Verfolgung spielte. Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich jüngere Menschen über Geschichte weiterbilden würden, denn wir sind die Generation, die die Zukunft in den Händen hält, und wenn wir die Dinge nicht selbst in die Hand nehmen, wird uns das Ergebnis nicht gefallen.
Verfasserin und Fotos: Tracy Wariara (Abschlussjahrgang 2026)
Exkursionen im Geschichtsunterricht
Um einige Themen des Geschichtsunterrichts umfassend und differenziert zu betrachten und um sie unseren Schülern/innen zu veranschaulichen, finden immer wieder Exkursionen im Rahmen des Geschichtsunterrichts statt.
So besuchten in den letzten Jahren viele Neuntklässler das „Deutsche Historische Museum“ in Berlin, um mehr über das Deutsche Kaiserreich und den ersten Weltkrieg zu erfahren.
Hier wurden sie von Museumspädagogen in Kleingruppen durch die Ausstellung geführt, konnten Fragen stellen, historische Gegenstände von Nahem betrachten, teilweise sogar anfassen, ihr Vorwissen vertiefen und neue Erkenntnisse gewinnen. Besonders das Tragen einer „Pickelhaube“ und das Berühren des „Eisernen Kreuzes“ blieben vielen in Erinnerung. Anschließend gab es eine differenzierte Rallye durch die Ausstellung, in der noch mal einige thematische Schwerpunkte vertieft wurden.
Zu dem Thema der NS-Gewaltherrschaft haben die Schüler/innen der Neunten und Zehnten oft die Auswahl zwischen verschiedenen Exkursionen. In den letzten Jahren haben sich die Schüler/innen oftmals für den Besuch der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Sachsenhausen in Oranienburg entschieden.
Alternativ können die Schüler/innen auch das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ in Berlin besuchen. Dieses bietet einen umfassenden Überblick über alle Konzentrationslager.
Weiter wäre auch der Besuch der „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“ möglich.
Alle drei Optionen haben aber eins gemeinsam:
Durch die persönliche Anteilnahme sollen unsere Schüler/innen stärker für die Problemfelder Antisemitismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit sensibilisiert werden.
Sie sollen Achtung vor den Menschenrechten erlangen und zu mehr Engagement für Toleranz angeregt werden.
Auch wenn viele Schüler/innen und Eltern den Besuch einer Konzentrationslager-Gedenkstätte so früh wie möglich durchführen wollen, sei zu beachten, dass diese pädagogisch wichtige Erfahrung nicht für alle Altersstufen geeignet ist. Ein Mindestalter von 14 Jahren wird sogar empfohlen, da jüngere Schüler/innen diese Erfahrung nicht gleichermaßen gut verarbeiten können. Auch sind viele Filme und Exponate in den Museen erst ab 12 Jahren freigegeben.
Der Besuch einer Konzentrationslager-Gedenkstätte mit Neunt- oder Zehntklässler bietet sich auch deshalb an, weil das Thema erst ab der Jahrgangsstufe 9/10 im Unterricht behandelt wird. Eine Aufarbeitung vor und nach der Exkursion erfolgt im Unterricht.
Nach der Zeit der NS-Gewaltherrschaft wird die Nachkriegszeit bis hin zum Mauerfall fächerübergreifend im Geschichts- und Politikunterricht behandelt. Hierzu können die Schüler/innen erneut zwischen verschiedenen Exkursionsmöglichkeiten wählen.
In den letzten Jahren haben sich die meisten Schüler/innen für das „DDR Museum“ in Berlin oder für die „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“ bzw. „Gedenkstätte Potsdam“ entschieden.
Verfasserin: Frau Bußmann








